Über mich


Mein Weg
in den
Kampfkünsten
An dieser Stelle möchte ich Euch auch etwas über mich selbst und die Menschen erzählen, die meinen Weg im Karatedo maßgeblich geprägt haben.
Im Jahr 1985 begann ich im Alter von 14 Jahren mit dem Karatedo-Training in Klagenfurt bei meinem Hauptlehrer und Mentor Reinhold Hirsch Sensei (1954–2016), einem Schüler von Ichikawa Isao Hanshi (Karatedo Doshinkan).

Hirsch Sensei wurde von Ichikawa Hanshi mit dem 10. Dan sowie dem Titel Dai Shihan, Iemoto Shudokan ausgezeichnet. Er war dessen Uchi Deshi (Innenschüler) und lernte über viele Jahre im Hintergrund. Diese außergewöhnliche Auszeichnung machte Hirsch Sensei nie öffentlich, sondern teilte sie nur mit einem sehr kleinen Kreis seiner Schüler. Neben den technischen und historischen Aspekten der Kampfkunst war ihm die persönliche Entwicklung seiner Schüler besonders wichtig. Er lehrte Demut, Höflichkeit und Respekt – Respekt gegenüber Trainingspartnern, allen Mitmenschen und der Natur selbst. Sein Vorbild ist für mich bis heute eine tiefe Inspirationsquelle, sowohl im Karatedo als auch im täglichen Leben.
Mein zweiter Lehrer im Dojo von Hirsch Sensei war Gernot Laure Sensei. Er gehörte zu den frühen Schülern von Hirsch Sensei und nahm bereits in den 1970er-Jahren an Sommertrainingslagern mit Ichikawa Hanshi teil. Er prägte mich nachhaltig in der Bedeutung und Qualität der Grundtechniken des Karate.

In den 1990er-Jahren trainierte ich mehrmals bei Ichikawa Isao Hanshi im Doshinkan Honbu Dojo in Wien und nahm an mehreren Sommertrainingslagern in Deutschland teil.


Es wäre jedoch vermessen, mich selbst als Schüler von Ichikawa Hanshi zu bezeichnen, und ich möchte ein solches Missverständnis bewusst vermeiden. Dennoch hinterließ er einen tiefen Eindruck bei mir. Die wenigen Begegnungen mit ihm hatten einen nachhaltigen Einfluss auf mein Karatedo. Für mich war er ein Leuchtturm des traditionellen Karatedo. Durch ihn habe ich verstanden, wie umfassend Karatedo sein kann und worum es im Budo im Kern wirklich geht.

Im Sommer 1991 reiste ich erstmals nach Japan, um bei Ishida Kenshin Hanshi (Okinawa Seito Karatedo Toyama-ryu Doshinkan) zu trainieren.

Während dieses Aufenthalts lebte ich drei Monate im Haus dieses Meisters. Ishida Hanshi ermöglichte mir Begegnungen und Training mit zahlreichen Schülern von Toyama Kanken Sensei, darunter Tanaka Mikio Hanshi, Takahashi Hiroshi Hanshi, Takahashi Kuniyoshi Shihan, Kawamoto Masayuki Hanshi und Tokuyama Yoshiki Hanshi. Seit 1991 reiste ich mehrfach nach Japan – allein und gemeinsam mit Karatedo-Freunden –, um die Familie Ishida zu besuchen und bei Ishida Hanshi zu trainieren. Umgekehrt besuchten Ishida Hanshi und seine Frau Reiko mich in den letzten Jahrzehnten mehrmals in Österreich, zuletzt im Juni 2019 anlässlich meiner Hochzeit. Das Jahr 1991 markiert sowohl den Beginn einer außergewöhnlichen Lehrer-Schüler-Beziehung mit Ishida Sensei als auch den Beginn einer tiefen und aufrichtigen Freundschaft mit ihm und seiner Frau Reiko. Ich fühle mich beiden sehr verbunden und bin ihnen für alles, was sie in den letzten drei Jahrzehnten für mich getan haben, zutiefst dankbar.

Es gibt viele weitere Lehrer aus den Bereichen Karate, Jujutsu, BJJ und Aikido, die meinen Weg auf unterschiedliche Weise bereichert haben. Einen davon möchte ich besonders hervorheben: Patrick McCarthy Hanshi. Ich nahm an mehreren Seminaren mit ihm teil und organisierte in den 1990er-Jahren zwei Seminare mit ihm in Wien. Sein Wissen über die Geschichte des Karatedo sowie seine außergewöhnlichen technischen Fähigkeiten in Kata und Bunkai sind kaum in Worte zu fassen. McCarthy Hanshi hat das Verständnis und die Herangehensweise an Kata-Bunkai in vielen Karateschulen grundlegend verändert.

Seit Beginn meines Trainings interessiere ich mich intensiv für die Geschichte des Karatedo. Vor einigen Jahren entschloss ich mich mit großer Begeisterung und Hingabe, mein Wissen über die Karatedo-Geschichte von Toyama Kanken und Ichikawa Isao durch Buch- und Videoprojekte mit Gleichgesinnten zu teilen – denn Wissen, das nicht weitergegeben wird, geht für immer verloren.
Ergänzend zu diesen Projekten gründete ich im Sommer 2020 die International Shudokan Research Society. Diese Forschungsgesellschaft versteht sich als Plattform für Menschen mit Interesse am Shudokan-Karate.
Was mir bei all dem besonders am Herzen liegt, ist die Bewahrung der Geschichte und der Philosophie des alten Karatedo. Karate war für mich nie nur Kampf. Karatedo ist eine Kampfkunst, die Körper, Geist und Energie untrennbar miteinander verbindet. Erst im Zusammenspiel dieser drei Ebenen entfaltet sie ihren eigentlichen Sinn.
Mir ist es ein Anliegen zu zeigen, dass Karatedo weit mehr ist als sportliche Leistung, Medaillen oder standardisierte Wettkampfformen. Die Entwicklung des sportlichen Karate hat in den letzten Jahrzehnten ein bestimmtes Bild geprägt – eines, das wichtige Aspekte der Kampfkunst in den Hintergrund gedrängt hat. Mit meinen Büchern, meinen Seminaren und meiner Lehrtätigkeit möchte ich bewusst ein anderes Bild vermitteln: eines, das sich an den Wurzeln orientiert, an den ursprünglichen Intentionen und an dem tiefen Verständnis dessen, was Karatedo einmal war – und wieder sein kann.
Es geht mir darum, das alte Karate zu bewahren und weiterzugeben. Ein Karate, das nicht nur Techniken vermittelt, sondern Haltung formt. Ein Karate, das den Menschen als Ganzes anspricht. Und ein Karate, das seinen Sinn nicht im Wettkampf findet, sondern in der Verbindung von Tradition, persönlicher Entwicklung und realistischer Kampfanwendung.
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Shudokan Dojo Klagenfurt
Siebenhügelstraße 107B
9020 Klagenfurt am Wörthersee
E-Mail-Adresse: shudokan@gmx.net
Tel: +43 664 828 5153



